Dienstag, 9. Mai 2017

Meine momentane Obsession

Vorrausgeschickt: Ich bin Atheist. Gott sei Dank.

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich will ja, wenn es möglich wäre, auch gerettet werden, aber habe leider keinen einleuchtenden Beweis, keinen greifbaren Anlass, keinen verständlichen Grund gefunden, der mir Gott, den einen, höchsten, allmächtigen, glaubwürdig machen konnte. 
Selbst wenn ich mich heftigst bemühe, kann ich mein "gottgeschenktes" Gehirn nicht davon überzeugen, dass es Gott braucht.

Und, und hier schließe ich mich Stephen Fry an, wenn es denn, wider alle Vernunft, einen Gott geben sollte, der auch noch, unwahrscheinlicherweise, der Gott unseres Alten Testaments wäre, würde ich ihn nicht lieben können.

 
Erstens: Warum sollte dieser eine Gott existieren und all die tausenden anderen, von anderen Menschen, zu anderen Zeiten, angebeteten, nicht? Was ist mit Zeus, mit Zaratustra, mit Buddha etc.? Hat dieser eine, wirklich seinen Sohn gezeugt, um ihn am Kreuz, einem schauerlichen Tod zu opfern, damit wir an ihn glauben können?

Zweitens: Gott? So heißt er? Das wäre als hieße ich Mensch. Gott ist kein Eigenname, sondern Oberbegriff für alle übernatürliche Wesen. So als würde ich mein Kind Kind nennen. Er hat keinen Namen. Er okkupiert eine Gattungsbezeichnung. Ich, Frau. Du, Mann. ER, Gott.

Drittens: Würde es irgendetwas ändern, wenn es ihn gäbe? Würden dann weniger Kinder sterben?

Viertens: Ein Schöpfer, der seinen Geschöpfen keinerlei Respekt entgegenbringt, lehne ich ab.

Gegen Stephen Fry wird in Irland gerade wegen Blasphemie ermittelt. 

Vor einiger Zeit erdreistete sich der britische Schauspieler und Autor, Stephen Fry, in aller Öffentlichkeit Gott zu lästern. Menschen übersehen, dass sich Gott nicht spotten lässt. Nicht ungestraft! http://www.bibelpraxis.de/index.php?article.2777

In Irland gilt seit 2009 ein Gesetz, wonach sich schuldig macht, wer "etwas veröffentlicht oder äußert, das extrem ausfallend oder beleidigend gegenüber Dingen ist, die von einer Religion als heilig betrachtet werden". Blasphemische Äußerungen können demnach mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. (Deutschlandfunk)

In einer Fernsehsendung des öffentlich-rechtlichen irischen Fernsehsenders RTÉ One im Februar 2015 "The Meaning of Life" ("Der Sinn des Lebens") stellte der Moderator Gay Byrne seinem atheistischen Gast Stephen Fry die Frage, was er denn tun würde, falls er nach seinem Tod doch unerwarteterweise vor der Himmelspforte stünde und den Herrgott träfe. Fry antwortete:
"Ich würde sagen: Knochenkrebs bei Kindern? Was soll das denn bitte? Wie kannst du es wagen! Wie kannst du es wagen, eine Welt zu schaffen, in der es so viel Elend gibt, das wir nicht verschuldet haben? Das ist nicht in Ordnung! Das ist durch und durch böse. Warum sollte ich einen launischen, bösartigen, dummen Gott respektieren, der eine Welt erschaffen hat, die voll Ungerechtigkeit und Schmerz ist? Das ist das, was ich sagen würde."
Der sichtlich erschütterte Moderator fragte Fry daraufhin, ob er glaube, dass er auf diese Weise von Gott in den Himmel gelassen würde.
"Nein, aber das würde ich auch gar nicht wollen", erwiderte Fry. "Zu seinen Bedingungen will ich da nicht rein. Sie sind falsch. Wenn ich sterbe and es wären Pluto oder Hades oder die griechischen Götter da oben, dann wäre das schon etwas anderes. Denn die griechischen Götter haben nicht so getan, als wären sie nicht menschlich, was ihre Gelüste, ihre Launen und ihre Unvernunft betraf. Sie taten nicht so, als seien sie allsehend, allwissend, allgütig. Denn der Gott, der dieses Universum geschaffen hat – falls es von einem Gott geschaffen wurde – ist ziemlich eindeutig ein Wahnsinniger. Ein komplett Wahnsinniger. Völlig egoistisch. Wir sollen unser Leben auf den Knien verbringen, um ihm zu danken? Was für ein Gott würde das verlangen? Ja, die Welt ist großartig! Aber es gibt darin auch Insekten, deren gesamter Lebenszyklus darauf basiert, dass sie sich in die Augen von Kindern graben und sie erblinden lassen. Sie fressen sich vom Inneren der Augen nach außen. Warum? Warum hast du uns das gegeben? Du hättest leicht eine Schöpfung machen können, in der sowas nicht existiert. Das ist einfach nicht akzeptabel! Beim Atheismus geht es nicht nur darum, nicht daran zu glauben, dass es einen Gott gibt. Angenommen es gibt einen Gott, was für ein Gott ist er dann? Das liegt doch klar auf der Hand: Er ist ein Monster, ein komplettes Monster, und verdient keinerlei Respekt welcher Art auch immer. In dem Moment, in dem man ihn aus seinem Leben vertreibt, wird das Leben einfacher, echter, reiner und ist es meiner Meinung nach mehr wert, gelebt zu werden."
https://hpd.de/artikel/warum-sollte-ich-einen-launischen-boesartigen-dummen-gott-respektieren-13015

Kommentare:

  1. Ich stehe nicht darauf Religionen zu beleidigen... muss einfach nicht sein... aber man darf sie sehr wohl hinterfragen und kritisieren. Denn sie verdienen es. Kennt Irland keine Trennung von Staat und Kirche, geschweige denn Meinungsfreiheit?
    Was für ein Gott bedarf überhaupt der Verteidigung durch Menschen oder ihre Gesetze? Ist es nicht eher blasphemisch und herabwertend einen Gott als so schwach zu erachten? Ich sehe darin eine Beleidigung.

    Ich lehne Religionen ab... alle. Wobei ich ein gewissen Hang zum Buddhismus verspüre. Er kommt ohne Schöpfergott aus, ohne Hölle, er verspricht Erlösung durch Selbsterkenntnis und ich mag das Konzept von Karma. Ich schätze den Glauben an einen ewigen Kreislauf, denn ich kenne den Energieerhaltungssatz. Und ich schätze eine Religion, die sagt "Du kannst glauben, musst du aber nicht.".
    Nja, der Buddhismus hat so einige Alleinstellungsmerkmale unter den Weltreligionen.
    Aber über alles schätze ich Erkenntnis. Ich will wissen, ich will verstehen... ich will einen Sinn sehen oder mir erbasteln. Ich mag Funktion, ich mag Präzision, ich mag ein Weltbild in dem sich im großen und kleinen alles miteinander verzahnt und zusammenhängt... und deswegen ist die Naturwissenschaft mein Gott.
    Aber auch sie kennt nicht nur Wissen, sondern auch Theorie und Glauben.
    Ich würde niemals ein Gottwesen ausschließen wollen, eines, viele... die Möglichkeit sind grenzenlos denkbar. Denn wir wissen nicht was die Schöpfung ist. Ist es das Universum? Oder doch das Multiversum? Hat es/ sie Grenzen? Woraus ist der Stoff aus dem alles ist... die strings, auf die wir es herunterpuzzeln wollen, die ultimativen Bausteine und wo kommen sie her? Was war vor Zeit und Raum? Vor dem Urknall? Echt nur einer oder doch eine ewige Inflation, die sich unendlich fortsetzt?
    Und wenn es ein Wesen gibt... das all dies ALL versteht, gegebenenfalls erschaffen hat... was sind wir ihm dann?

    Wenn es dieses Wesen, diese Wesen gibt... dann sind wir für sie was Fruchtfliegen für uns sind... kurzlebige Dummbatze, deren Ebene wir niemals teilen und höchstens zufällig nebenbei überhaupt bemerken.
    Wie groß ist denn groß, wie groß kann es denn werden?
    Was ist, wenn es ein Multiversum gibt, in dem ständig neue Universen geboren werden - weil sie sind wie unsere Zellen? Bausteine eines gigantischen Wesens... das wäre groß, unvorstellbar groß.
    Ich liebe solche Gedankenspiele.
    Also ...die Möglichkeiten... und allein die schiere Größe um die wir tatsächlich wissen bedenkend... was müsste ein Gottwesen alles verstehen und können?
    Und diesem Wesen soll bedeutsam, gar gefällig sein, dass wir uns im Namen unserer bescheidenen Vorstellung von ihm bekriegen und vernichten?
    Dieses Wesen ist so weit weg von allem, was wir uns noch leisten, von den barbarischen Kategorien, in denen wir denken.
    Und wenn es dieses Wesen gibt, dann huldigt man ihm in keinem Gotteshaus dieser Welt. Dann erkennt man das meiste, was Menschen von ihm erkennen können, indem wir über unseren Planeten hinausschauen... weit hinausschauen.
    Und wenn man schon an Schöpfung glauben will, dann verneigt man sich vor ihr am tiefsten wenn man anfängt diesen Planeten wie ein rohes Ei zu behandeln. Behutsam. Achtsam. Als eine Reliquie der Schöpfung, die es weit genug gebracht hat ein Raumschiff voller Leben zu sein.
    Nicht das einzige... ganz sicher nicht, das wäre absurd, das nehme ich nicht an... aber so häufig kommt dieser schöne Umstand nun auch wieder nicht vor.
    Wir sind nicht viel im Vergleich zu dem, was ein Gottwesen sein müsste, but for heavens sake, wir sollten weiter sein, als in seinem Namen Geldbußen zu verhängen... und noch weitaus grauenvolleres zu tun.

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  2. Sonja Hilberger schrieb:
    Wir haben die Fähigkeit zu denken. Wir haben die Fähigkeit zu denken, daß es Gott gibt. Daß es mehrere gibt. Daß es keinen gibt. Also gibt es all das. Es gibt es, auch wenn es sich ausschliesst. Was es gibt, wenn wir tot sind, oder nicht gibt. werden wir niemals wissen. Denn dann sind wir tot.
    Wir haben die Fähigkeit zu lieben. Denken geht schneller, einfacher und effektiver. Manchmal hilft es, zu denken, um lieben zu können. Manchmal vernichtet die Fähigkeit, zu denken, die Fähigkeit, zu lieben.
    Ich behaupte, weiß Gott, oder auch nicht , nicht, mich im alten Testament auszukennen. Die Kirche wollte das lange gar nicht, daß ich mich da auskenne. Oder irgendein Anderer als die dafür vorgesehenen, deren Angehörige dafür bezahlt haben , wofür sie erst mal etwas haben mussten, was sie dafür bezahlen können, was schon mal alle, die das nicht konnten, ausschloss, und das waren viele. Die wiederum den Reichtum der Kirche mit ihrer Armut bezahlt haben. Kann man das alte Testament unabhängig von der Geschichte, von allem, wozu es hergehalten hat, betrachten? Geht das? Ja , natürlich, wir können das denken. Also kann man es. Ich habe es nicht versucht . Ich komme da nicht vor. Damit meine ich, wann immer ich es mal, ich gebe zu, nicht oft, versucht habe, war ich draussen. Nicht gemeint. Es spricht mich nicht an. Es spricht nicht zu mir. Es ist so ein altes Buch und hat sehr große Wirkung. Da sind wir wieder bei der Geschichte. Liebe hat es nicht viel gebracht. Jesus wird viel erzählt als einer, der Liebe brachte. Eine Aufforderung, zu lieben. Über die Grenze dessen, was wir denken, was wir lieben können. Also da weiter zu lieben, wo sie für uns eigentlich aufhört. Wenn ich das so halbwegs richtig verstanden habe. Aber was die Kirche daraus gemacht hat, hat damit nichts zu tun. Egal ob katholisch oder evangelisch. Es ist eine lange Geschichte der Unmündigkeit. Der Machtausübung. Die weder die Fähigkeit, zu denken, eigenständig, zu denken, noch die Fähigkeit , zu lieben, gefördert hat. Es hat Jahrhunderte gedauert, von diesem Buch wegzukommen und von der Macht der Kirche. Und viel, sehr viel Gewalt.
    Es gibt Momente, wo das Leben schwer auszuhalten ist. Wo es so schwer auszuhalten ist, daß es etwas braucht. Einen Glauben. Man kann das zusammen tun. Oder alleine. Die Kirche kann da helfen. Und auch das tut sie. Klar kann man auch sagen, täte sie es nicht, wäre vielleicht das Aufbegehren größer. Aber was haben die Revolutionen gebracht? Gewalt. Neue Machtkonstellationen. Neue Herrscher. Sein Schicksal geistig in Gottes Hände zu legen, auch in die dieses Einen Gottes, hat manchem geholfen. Johnny Cash zum Beispiel. So eine ausgelagerte Instanz, die verzeihen kann, wenn jemand mit seiner Schuld nicht klar kommt. Dafür ist sie gut, die Religion. Und ganz ohne ist es dann eben schwer auszuhalten. Oder kurz vorm Sterben. Da wir denken können, haben wir auch ein Gewissen. Kann man sich wegballern, klappt nicht auf Dauer. Schmerz aushalten. Trennungen aushalten. Aushalten, daß Menschen sterben. Das schreckliches geschieht. Ich dachte immer, das geht umgekehrt. Das es besser auszuhalten ist, wenn man es Gott abgeben kann. Das ist nur andersrum gedacht. Als wenn man denkt, Du bist dafür verantwortlich. Ich glaube, oder denke ich es? Das ist eigentlich dasselbe. Es ist nur genau anders rum. Aber das funktioniert nur, wenn Du Dich abgibst. Dem Gott, dem Priester, der Kraft, die grösser ist und stärker als Du. Das funktioniert wahrscheinlich nicht, wenn Du das alte Testament kritisch analysierte und skeptisch prüfst. Darum heisst es ja Glauben. Nicht denken. Allerdings kann dann wer auch immer sich hinstellt und im Namen dieses Buches Gott weiß was verlangt, mit Dir machen , was er, und es ist meisten er, will. Da sind wir wieder bei der Mündigkeit. Bei der Eigenständigkeit. Die will dieses Buch nicht. Ist mein Eindruck. Aber das Buch selber will nichts, kann nichts wollen. Es ist da, und mit ihm alles, was daraus gemacht wird von Menschen, die behaupten, das dieses Buch das will oder nicht will.

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  3. Und deswegen meine Schwäche für den Buddhismus. Weil er Eigenverantwortlichkeit fordert:
    "Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
    Glaube nichts, weil alle es glauben.
    Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
    Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
    Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
    Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast."

    Weil er die Zeiten von Leid im Leben zu einer Möglichkeit umdeutet, die Christen nicht kennen:
    "Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen."

    Weil er eine bestechende Konsequenz lehrt, die uns selbst zu Schöpfern unserer selbst macht:
    "Das, was du heute denkst, wirst du morgen sein ..."

    Der Buddhismus ist nicht widerspruchsfrei in sich selbst, nicht so verklärenswürdig, wie die westliche Welt ihn gerne versteht, nicht frei von Schatten, aber wenn man ihn hinterfragt, dann tut man genau das, wozu er selbst einen anhält. Und DAS gefällt mir bei einer Religion.

    Abgesehen davon... ich will gar nicht anfangen aufzuzählen von wieviel Mist mich der Gedanke an mein Karma schon abgehalten hat. Nicht von allem, nicht von genug, aber von bemerkenswert vielem - und irgendwie immer, wenn ich etwas aus diesem Grund anders gemacht habe als es mein erster Impuls war, entstand daraus etwas, das besser war. Weswegen ich diesem Prinzip weiter Interesse entgegen bringe.

    Ich bin nicht getauft, gehöre keiner Religion an... aber ich hatte Religionsunterricht bis einschließlich der 13.Klasse. Ich hätte eine Menge Freistunden haben können... aber das Konzept Religion scheint ein uraltes menschliches Bedürfnis zu sein. Die Mechanismen, ihre Tricks und Kniffe, ihr Einfluß auf so viele Gesellschaften und ihre Gedankengebäude haben mich immer interessiert.
    Aber niemals so vollständig überzeugt, dass ich einem Glauben zugehörig geworden bin.

    Denn... Thema "sich abgeben"... was ein zutiefst nachvollziehbares Bedürfnis ist... sich abgeben kann man an alles, was man als größer erachtet als man selber. Eine Idee, eine Berufung, eine Gedankenschule, ja, unseren Weltraum... auch das.
    Wenn ich nach oben schaue werde ich seltsam ruhig und friedlich. Weil ich Schönheit finde und Zufriedenheit darüber wie groß das da oben wohl sein mag und wie staunenswert... und ich darf etwas darüber wissen.

    Buddha hat gesagt:
    "Der Mensch ist eine Marionette der Natur, die wahrnimmt und denkt und sich törichterweise einbildet, jemand zu sein."

    Und wenn ich nach oben schaue, dann muss ich für diese Momente niemand sein. Das ist ungemein erholsam. :)

    Und abschließend... ein weiteres seiner Worte... von dem ich mir wünschen würde, dass es für alle Religionen und ihre Würdenträger zur Maxime wird:
    "Wenn deine Einsicht meiner Lehre widerspricht, so sollst du deiner Einsicht folgen."

    Denn dann gäbe es auf dieser Welt einen Haufen Gründe weniger Unfrieden zu stiften.

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  4. Blogpost und Kommentare sind wirklich bemerkenswert. So wie hier habe ich noch nirgends über Religion und Glaube gelesen. Danke dafür!
    Ich habe mich vor vier Jahren mit "lumen fidei" von Benedikt/Franziskus auseinandergesetzt.
    https://aufdergrenze.wordpress.com/2013/07/18/55/
    Dabei ist mir aufgefallen, daß die katholische Kirche vieles zum Glauben zu sagen hat, aber alles in sich so widersprüchlich ist, daß das alles keinen Sinn ergibt. Mit anderen Worten: wer ein Gläubiger sein will, kann in dieser Kirche so ziemlich an alles glauben, trotz der vielen Dogmen, die er oder sie auch noch glauben soll. Das kann man als einen Vorteil sehen oder als einen Nachteil und ist letztlich beliebig.
    Und trotz all der vielen Bezüge in der genannten Enzyklika auf die Bibel - ein Bezug wird völlig ausgeblendet: der Bezug auf den ungläubigen Thomas, also auf den einzigen, der nur das glauben wollte, was er berühren (oder sehen) konnte. Dabei wäre gerade sein Glaube nun wirklich erwähnenswert gewesen. Gerade im Kontrast zu dem um so häufiger zitierten Abraham, der bereit gewesen war, seinem Glauben sogar seinen einzigen Sohn zu opfern.

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  5. Die Bibel ist doch ständig aussortiert und gefiltert worden. Was glaubst Du, wie gerne ich wüsste, was allein beim Konzil von Konstanz alles weggefallen ist.
    Was alles einmal in der Bibel gestanden hat und von wem kann man heute höchstens lückenhaft nachvollziehen. Wenn es den Machtausübenden Religionsinterpretateuren nicht gefallen hat - dann flog es eben 'raus. Der ungläubige Thomas könnte Gegenstand ellenlanger Texte gewesen sein. Wir wissen es einfach nicht.
    Wenn Menschen heute glauben, dass in der Bibel eins zu eins das Wort Gottes niedergelegt ist, dann glauben sie an ein Filtrat, ein Rinnsal, dessen ursprüngliche Stromstärke zum versickern gebracht wurde. Zum Zwecke der Deutungshoheit in eigenem Interesse.

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