Dienstag, 17. Januar 2012

Premiere in Heilbronn und Museum in München und Theater in Ingolstadt


Ein Wochenende.
Am Samstag Premiere in Heilbronn und 5 Schauspieler fliegen. Ich freue mich wie ein Zaunkönig, wenn sich ein Zaunkönig sehr, sehr freuen könnte. Es ist ein merkwürdiges, kompliziertes, poetisches, böses, trauriges Stück, und das überwiegend doch eher konservative, Publikum fliegt mit. Selten! Herrlich! Und, weil es halt da unten im Süden ist, kommen auch Bekannte und Freunde zur Premiere, in den höheren Norden kann man leider selten jemanden verführen. Ein guter, schöner, glücklicher Abend.
Am Sonntag nach München ins Stadtmuseum. Ein alter Freund hat hier eine kleine Ausstellung: Peter Schumann, Deutscher und Puppenspieler und Humanist, gründete 1974 mit seiner Frau Elka in New York City das "Bread and Puppet Theater". Mittlerweile haben sie ihr Quartier in Vermont, mit einer riesigen Scheune mit tausenden Puppen und einem selbstgebauten Theater mit einem Fußboden aus Erde, und jeder Zentimeter der Wände und der Decke ist mit phantastischsten Gesichtern und Ornamenten bedeckt und oben in einem kleinen Haus wohnen diese zwei Puppenspieler und Menschenliebhaber und backen dort auch das Brot, das einen Teil des Namens ihres Theaters bildet. Tolle Leute!

 
Das Münchener Stadtmuseum hat im dritten Stock auch noch eine ganz altmodische, schlecht beleuchtete, leicht verstaubte, aber nichtsdestotrotz beeindruckende Sammlung von Marionetten, Stab- und Handpuppen, Papiertheatern, Karusseltieren, Jahrmarktsrelikten der letzten drei Jahrhunderte.
Dann nach Ingolstadt, dienstlich, und Sonntagabends eine Dramatisierung von Marie-Luise Fleißers Roman "Eine Zierde des Vereins - Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen", für die Bühne bearbeitet von Christoph Nußbaumeder (2 Namen mit ß, daß ist rar!), inszeniert von Donald Berkenhoff. Ein guter, klarer Abend, ohne Fisematenten, wie man früher sagte. Deutlich, ohne zu nerven. Spielerisch, ohne in Eitelkeiten abzudriften.
Heute, am Montag, morgens, um 10.30 Uhr! noch "Amphitryon", kurz vor der Theaterüberdosis, 500 Schüler sehen und hören Kleist und benehmen sich wie menschliche Wesen und hören zu! Ich habe das Stück selbst schon zweimal selber inszeniert, und da sehe ich immer mehrere Bilder übereinander gleichzeitig.
Jetzt wieder mal Berlin, für zwei Wochen nur, aber immerhin!

Das Plakat zum "Goldenen Drachen"



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